Save The Arctic - Stop Shell!

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Ulm, 23.06.2012, unter dem Motto "Schützt die Arktis - Stoppt Shell!" informierten wir an diesem Samstag in der Ulmer Hirschstraße vor dem Münsterplatz die Menschen über die Pläne des Ölkonzerns Royal Dutch Shell, in der Arktis nach Öl zu bohren.

Shell will dieses Jahr mit sogenannten Erkundungsbohrungen die Reserven erschließen. Dafür plant der Konzern im Laufe der kommenden zwei Jahre insgesamt 10 Bohrungen.

Mit der Ölsuche in arktischen Gewässern entfacht Shell einen neuen Ölrausch in dieser noch weitestgehend unberührten Region. Gleichzeitig riskiert der Konzern ein ökologisches Desaster. Ein sogenannter Blowout – das unkontrollierte Austreten von Öl, wie bei der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko – in die eisige, eisbedeckte arktische See würde einen verhängnisvollen Effekt auf die Umgebung haben. Eisige Temperaturen, starker Wellengang, regelmäßige orkanartige Stürme, eine lange Periode absoluter Dunkelheit und ein sehr kurzes Zeitfenster um handeln zu können, machen die Bohrungen sehr riskant. Hinzu kommt, dass die Bohrstellen sehr weit entfernt liegen und eine Infrastruktur für Rettungsmaßnahmen vollkommen fehlt. Diese Tatsachen erzeugen massive Bedenken bei Experten und Umweltschützern an den Plänen von Shell.

Statistisch gesehen passieren die meisten Bohrunfälle inklusive der gefürchteten Blow-Outs in flachen Gewässern unter 150 Meter Wassertiefe.

Jedoch bilden nicht nur Ölunfälle eine Gefahr für die Arktis und ihre einmalige Artenvielfalt: Durch den Ausstoß von CO2 schreitet der Klimawandel voran, der das Eis in der Arktis zum Schmelzen bringt.

Der Klimawandel hat dafür gesorgt, dass die Eisbedeckung des arktischen Ozeans, die typischerweise im September am geringsten ist, 2011 einen historischen Tiefstand hatte. Das letzte Mal wurde dieses Minimum laut Expertenangaben vor ca. 8000 Jahren erreicht. Auch das Volumen des arktischen Eises geht dramatisch zurück. Wissenschaftler schätzen, dass im schlimmsten Fall bereits in einem Jahrzehnt der arktische Ozean im Sommer eisfrei ist. Schuld an dieser Entwicklung sind vor allem die durch den Menschen verursachten Treibhausgase, Spitzeneiter ist das Kohlendioxid, das durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas entsteht.

Ausgerechnet die Hauptverursacher dieser Entwicklung, die Ölkonzerne, könnten nun davon profitieren, in dem sie auf der Suche nach Öl durch immer größer werdenden, eisfreien Gebiete, tiefer und tiefer in dieses unwiederbringliche Ökosystem vordringen können. Durch das weitere Vordringen wird die Arktis jedoch zusätzlich zerstört.

Aber nicht nur Shell stellt eine Gefahr für die Arktis dar: Auch andere Öl und Gasunternehmen, wie etwa Gazprom sowie die an die Arktis grenzenden Nationen, die USA, Kanada, Norwegen und Russland suchen jeder für sich nach einem Weg um die Arktis und die darunter vermuteten Rohstoffe für sich beanspruchen zu können.

Daher fordern wir, dass die Arktis ein internationales Schutzgebiet wird. Um unser Ziel zu erreichen, sammeln wir weltweit eine Million Arktisschützer, die alle sagen, dass die Arktis eben uns allen und nicht einem allein gehört. Die Unterschriften werden in einer wasser- und wetterfesten Zeitkapsel in der Arktis versenkt aber selbstverständlich auch der UN vorgelegt.

Werde auch Du Arktisschützer: unter http://www.savethearctic.org/

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