Milchcents & Einkaufsratgeber

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Ulm, 13.06.2009: Als eine von vielen Gruppen in Deutschland verteilt die Ulmer Greenpeace-Gruppe heute den brandneuen Einkaufsratgeber. In diesem sind die Marken aufgeführt, die ohne Gentechnik auskommen, aber auch solche, die sich vehement weigern - zum Beispiel durch einen Umstieg auf gentechnikfreie Fütterung - auf Gentechnik zu verzichten.

Der Neue Einkaufsratgeber kam sehr gut bei den Ulmer Bürgern und Bürgerinnen an - das Interesse war groß, und die Ratgeber gingen fast schon weg wie warme Semmeln! :-) Kein Wunder, lehnt doch der Großteil der Bevölkerung die grüne Gentechnik aus guten Gründen entschieden ab. Umso schlimmer also, das aufgrund der bestehenden Gesetzeslücke dem Verbraucher indirekt doch noch Gentechnik "untergejubelt" wird. Doch zum Glück gibt es ja den Einkaufsratgeber und wenigstens auch die Möglichkeit, getechnikfreie Lebensmittel mit dem Label "ohne Gentechnik" zu kennzeichnen. Und schließlich bleibt einem ja auch noch, Bio-Lebensmittel zu kaufen - denn hier kann man sicher sein, dass keine Gentechnik zum Einsatz kam!

Neben dem Einkaufsratgeber haben wir wieder - allerdings diesmal in "Großem Stil" - Milchcents eingesammelt! Auch diese Aktion verlief super - viele Verbraucher blieben angesichts unserer "Achtung - Milch hergestellt mit Genfutter" - Schilder verdutzt stehen, konnten es teilweise kaum glauben! "Was? Weihenstephan auch?" Eine Passantin schämte sich gradezu und meinte peinlich berührt "Ohje - Bärenmarke - die hab ich grade erst gekauft!"

Aber es ist ja auch ein Armutszeugnis, dass gerade die großen Molkereien Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland, die ja so sehr mit der hohen Natürlichkeit ihrer Milch werben, sich weigern, bei der Fütterung ihrer Kühe auf den Einsatz von Gentechnik zu verzichten! Dass es durchaus geht, hat Landliebe bewiesen - Landliebe-Milch kommt in Zukunft ganz ohne Gentechnik aus und die Milchpackung schmückt nun ein "ohne Gentechnik"-Siegel!

Das auch die anderen Molkereien dem guten Beispiel von Landliebe folgen können, ist alles andere als utopisch: Es würde die Molkereien nur einen (1) (!) cent mehr pro Liter Milch kosten, um auf gentechnik-freie Fütterung umzustellen. Durch den Milch-Cent demonstrieren die Verbraucher ihre Bereitschaft, diesen einen Cent mehr pro Liter Milch auch zu bezahlen. Viele waren sogar dazu bereit, deutlich tiefer in die Tasche zu greifen: 5, 10, 20 cents waren keine Seltenheit, und eine Frau bestand sogar darauf, der Molkerei Weihenstephan einen ganzen Euro in den Umschlag zu stecken, weil sie bereit ist, auch diesen Mehrpreis für eine gute Milch zu zahlen! Das sollte den Molkereien doch mal zu denken geben!

Ausserdem haben wir noch Bantam-Mais und Bio-Glückskekse verteilt, und ein paar Kids konnten sich über Greenpeace-Aufkleber freuen :-)

Also alles in allem wieder ein sehr erfolgreicher Aktionstag! :-) Es ist schön, zu sehen, dass die Verbraucher Qualität zu schätzen wissen und auch bereit sind, dafür einen angemessenen Preis zu bezahlen! Den Wert guter Nahrung kann man auch kaum zu hoch einschätzen - wie das Sprichwort ja schon sagt: "Man ist, was man isst!"

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