AKW-Laufzeiten nicht verlängern

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Mit einem Banner mit dem Text: "Frau Merkel: Arbeitsplätze schaffen! Mittelstand stärken! Atomkraftwerke abschalten!" wurde Angele Merkel zu ihrer Wahlkampfveranstaltung in Ulm empfangen. Obwohl bekannt ist, dass mit zunehmender Betriebsdauer das Unfallrisiko steigt, setzt die CDU/CSU in ihrem aktuellen Wahlprogramm weiter auf die Atomkraft und plant Laufzeitverlängerungen für die deutschen AKW.

"Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien. Atomkraftwerke sind ein Relikt aus der Vergangenheit", erklärt Viktor Tamme, Energieansprechpartner der Greenpeace Gruppe Ulm. "Wer Arbeitsplätze schaffen will, wer den Mittelstand stärken will, der muss nach vorne blicken. Und das heißt: Atom- und Kohlekraftwerke so schnell wie möglich durch dezentrale Solar-, Wind-, Wasser- und Biomassekraftwerke ersetzen."

Eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, wie sie der CDU vorschwebt, schafft keine neuen Arbeitsplätze. Es bleiben lediglich die rund 35.000 Jobs in der Atombranche einige Jahre länger erhalten. In den Erneuerbaren Energien sind hingegen in den letzten Jahren 130.000 Arbeitsplätze entstanden.

Die Probleme, die die Atomkraft mit sich bringt, sind nach wie vor nicht gelöst. Es gibt kein sicheres Endlager für Atommüll, mit dem der Zukunft ein schweres Erbe hinterlassen wird. In den Schacht des Salzbergwergs Asse II, in den in den 70er Jahren Atommüll eingelagert wurde, dringt heute Wasser ein, von dem nicht gesagt werden kann, wo es herkommt. 2001 wurden täglich 11 Kubikmeter Wasser aus dem Schacht gepumpt. Es gibt keine Garantien, dass das Grundwasser nicht mit dem radioaktiven Müll in Berührung kommt und so verseucht wird.

Zivile und militärische Nutzung von Atomtechnik lassen sich nicht trennen. Eine unvermeidliche Konsequenz der Atomenergienutzung ist die Produktion des Bombenstoffs Plutonium. Je mehr Länder Zugriff auf die Grundstoffe und das Kno-How zum Bau von Atomwaffen haben, desto größer ist die Gefahr für den Weltfrieden.

Greenpeace fordert von allen Parteien, aus der Atomkraft auszusteigen. Atomtechnik darf nicht exportiert werden, im niedersächsischen Gorleben darf kein atomares Endlager entstehen. Über die Sicherheit der AKW, die durch eine längere Laufzeit beeinträchtigt wird, darf nicht verhandelt werden.

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